27. Juni 2022
Tendenze & Mercati
Der stationäre Einzelhandel zwischen Bestätigungen und Neuheiten

Die großen Luxusmarken investieren wieder in Gewerbeimmobilien, während sich neue Formate für das physische Geschäft etablieren.
Die bedeutendsten Namen des internationalen Luxussegments investieren wieder in den stationären Einzelhandel, sowohl in Italien als auch im Ausland. Gleichzeitig erleben wir die Entstehung neuer Formate: von den „Brick-and-Mortar“-Debüts der E-Commerce-Giganten bis hin zu wirklich originellen Store-Experimenten.
Die Erholung des Gewerbeimmobilienmarkts
2021 wurden in Italien 36.984 Ladenverkäufe registriert, was einem Plus von 36,9 % gegenüber 2020 und von 17,3 % gegenüber 2019 entspricht. Auf diesen bemerkenswerten Anstieg weist der „Bericht über Immobilien für Dienstleistung, Handel und Produktion“ hin: ein Bericht des Immobilienmarkt-Observatoriums der italienischen Steuerbehörde Agenzia delle Entrate, der in Zusammenarbeit mit Assilea erstellt und Ende Mai vorgestellt wurde.
Diesen Trend beobachten wir auch im Ausland. Laut einer Analyse des Immobiliendienstleisters Savills werden die führenden internationalen Luxusmarken auch 2022 auf den stationären Einzelhandel setzen. Das „Retailer Attractionness City Ranking“ kürt New York, Paris und London zu den bevorzugten Städten; nicht zu vernachlässigen sind jedoch der Nahe Osten und Asien, wo es an Möglichkeiten zur Eröffnung von Luxusgeschäften nicht mangelt.
Amazon und die Eröffnung seines ersten Fashion Stores
Die neue Anziehungskraft der „realen Welt“ findet über die soeben genannten Studien hinaus eine wichtige Bestätigung. Ebenfalls Ende Mai eröffnete Amazon in Los Angeles seinen ersten Fashion Store. Ein Geschäft mit fast 2.800 Quadratmetern, in dem sich das physische Erlebnis mit typischen App-Interaktionen verbindet – ein echter Omnichannel-Ansatz.
Umkleidekabinen mit Touchscreens, die sofort neue Styles und Optionen anzeigen, scannbare QR-Codes in den Gängen und ein kontaktloser Checkout, der sogar auf der Erkennung der Handfläche basiert, sind nur einige Merkmale des innovativen Geschäfts. Mit den Worten der Leiterin Simoina Vasen verfolgt Amazon Style (so der Name des Stores) drei Hauptziele: das Einkaufen für jeden Kunden anregender, persönlicher und praktischer zu gestalten.
Die kuriose Neuheit der hyperphysischen Geschäfte
Und beim Thema Innovation kommen wir schließlich zu einem wirklich besonderen neuen Format: dem hyperphysischen Geschäft. Gemeint ist ein Raum, der die Sinne der Verbraucher durch exklusive Erlebnisse mit taktilen Materialien, robotischen Automatisierungen und besonderen Inszenierungen anspricht. Ein Beispiel von vielen: Ein Londoner Geschäft hat kürzlich zur Feier einer Taschenkollektion seine gesamte Einrichtung mit weichem Plüschfell in „Bubblegum“-Rosa überzogen – von den Wänden bis zu den Stühlen, von den Regalen bis zum Boden.
Ob aus technologischer oder ästhetischer Sicht: Der stationäre Einzelhandel befindet sich also in einem tiefgreifenden Wandel und wächst zugleich. Die innovativen, flexiblen und omnichannelfähigen Lösungen von Custom sind nach wie vor die richtige Wahl, um diese Veränderungen zu begleiten.