15. Februar 2021

Tendenze & Mercati

Das Phänomen „Athleisure“: Wenn Mode auf Sportswear trifft

Das Phänomen „Athleisure“: Wenn Mode auf Sportswear trifft

Auch die Haute Couture erliegt dem Reiz der Verbindung mit Sportbekleidung und bringt Kollektionen und Produkte auf den Markt, die Freizeit und Arbeitszeit miteinander vereinen

In unserem vorherigen Artikel haben wir die möglichen neuen Trends für 2021 vorgestellt. Es gibt jedoch einen weiteren Trend, der zwar keineswegs erst in den letzten Monaten entstanden ist, aber gerade jetzt immer erfolgreicher wird: Die Rede ist von „Athleisure“.

Fashion trifft Sport: Capsule Collections und Co-Branding

Der Neologismus „Athleisure“ taucht bereits 1976 in der Presse auf. Der Begriff entsteht aus der Verbindung von sportlicher Betätigung (athl-) und Freizeit (-leisure) und bezeichnet eben eine Mischung aus Sport und Entspannung. Im Laufe der Zeit hat das Wort seine Bedeutung erweitert und steht inzwischen für ein echtes kulturelles Phänomen. Ein neues Konzept, in dem sich Komfort und Stil, Funktion und Fashion, Performance und Praktikabilität begegnen und gegenseitig beeinflussen.

Das kulturelle Phänomen verwandelt sich daher schnell in wirtschaftlichen Erfolg. Die Wachstumsrate von „Athleisure“ verzeichnete in China 2018 gegenüber 2013 einen Anstieg von rund 40 %, in den Vereinigten Staaten einen Wert von 117 Milliarden Dollar im Jahr 2019. Die ikonischsten Kleidungsstücke dieses Trends? Caps, Trainingsanzüge, Leggings, Sweatshirts und Sneakers. Sportswear hat sich also endgültig von der reinen sportlichen Betätigung gelöst.

Wie wir gerade gesehen haben, zeigt sich dieser Trend also schon seit Längerem, doch gerade zu Beginn des Jahres 2021 hat er sich auf wirklich interessante Weise entwickelt. Im Januar brachte zunächst Zara eine Capsule Collection mit der traditionsreichen Sportmarke Everlast heraus und machte damit deutlich, wie tief der Trend zum Co-Branding in der Fast Fashion verwurzelt ist.

Und im selben Zeitraum haben – was noch überraschender ist (aber vielleicht auch wieder nicht …) – auch die großen Modehäuser diesen Zeitgeist aufgegriffen und mit Kollektionen experimentiert, die sportliche Aktivität und Alltag verbinden. Die zugrunde liegende Philosophie ist klar: Neue Lebensweisen erfordern neue Ansätze beim Kleiden. Indoor und Outdoor, Freizeit und Arbeitszeit, Aktivität und Ruhe gehen fließend ineinander über.

Der unaufhaltsame Erfolg der Sportlichkeit – von Sport-Devices bis zu neuen Textilien

All diese Dynamik wäre jedoch nicht dieselbe ohne ein insgesamt äußerst günstiges Umfeld. Der jüngste Boom bei Kleidung und Geräten rund um die körperliche Betätigung hat „Athleisure“ zweifellos in die Karten gespielt. Laut einer Analyse von Gartner werden die Ausgaben für Wearables (Smartwatches, Sport-Tracker, kabellose Ohrhörer, smarte Pflaster und Armbänder mit Sensoren) 2021 weltweit nämlich um 18,1 % steigen und 81,5 Milliarden Dollar erreichen.

Die Modemarken ihrerseits lassen neue Bekleidungsprodukte patentieren. Fasern, die die gefühlte Temperatur senken, Gewebe, die das Schwitzen begrenzen, hypoallergene, antibakterielle und vor UV-Strahlen schützende Stoffe. Innovative technische Materialien für den Einsatz im Sport sind also für viele Marken zur neuen Mission geworden.

Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, Indoor und Outdoor, verschwimmt also zunehmend. Die im Einzelhandel eingesetzten Technologien müssen sich ihrerseits an ein neues Publikum anpassen, das immer „flüssiger“ und mobiler ist. Deshalb bringt Bizeta alle POS-Anwendungen auch auf mobile Geräte und greift damit einmal mehr die aktuellen Trends auf.

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