12. Juli 2021

Tendenze & Mercati

Vintage- und Second-Hand-Apps und -Plattformen: Die Wiedergeburt der Mode führt auch über den Resale

Vintage- und Second-Hand-Apps und -Plattformen: Die Wiedergeburt der Mode führt auch über den Resale

Der Second-Hand-Markt in der Modebranche wird sich in den nächsten 5 Jahren verdoppeln: Die Vielzahl neuer Plattformen für den An- und Verkauf gebrauchter Kleidung ist ein klares Zeichen für diesen wachsenden Trend.

Depop, Vinted, Like New … Der Aufstieg von Apps und Websites für den Wiederverkauf gebrauchter Kleidung scheint seit einigen Monaten nicht mehr aufzuhalten zu sein. Abgesehen von den spektakulären Erfolgsgeschichten einiger ehemaliger Start-ups liegen dem Phänomen fest etablierte Trends und Erwartungen zugrunde.

Second Hand: ein Markt, der sich verdoppeln wird

„Wir befinden uns in den frühen Phasen eines radikalen Wandels im Einzelhandel. Die Verbraucher räumen der Nachhaltigkeit zunehmend Priorität ein, die Einzelhändler beginnen, den Resale für sich zu entdecken, und die Politik nähert sich der Kreislaufwirtschaft an.“ Das sagt James Reinhart, Founder & CEO von thredUP. Der jüngste Jahresbericht seines Unternehmens zeigt ein äußerst deutliches Wachstum des Second-Hand-Marktes.

Laut der Studie wird sich dieser Markt in den nächsten 5 Jahren verdoppeln – vom aktuellen Wert von 36 Milliarden Dollar auf 77 Milliarden im Jahr 2025. Die Gründe für diesen rasanten Vormarsch liegen in sorgfältiger zusammengestellten Sortimenten, der größeren Einfachheit, Kleidung online zu verkaufen, und dem großen Angebot an Kleidung, die weiterverkauft werden kann. Schätzungen zufolge werden in den Vereinigten Staaten jedes Jahr 36 Milliarden Kleidungsstücke weggeworfen, von denen 95 % weiterverkauft oder wiederverwendet werden könnten.

Die Resale-Branche zwischen ethischen Motiven und neuen Gewohnheiten

Angesichts von 92 Milliarden Tonnen Textilabfällen, die jedes Jahr weltweit entstehen, muss die Mode zwangsläufig auf Recycling setzen. Dies sowohl aus ethischen Gründen als auch deshalb, weil die Pandemie einmal mehr die Spielregeln verändert hat. Die Verbraucher von heute achten wegen der durch COVID19 geprägten Lage nämlich nicht nur auf budgetfreundliche Optionen, sondern denken auch darüber nach, wie sie verantwortungsvoller Geld ausgeben können.

Die Marken haben daher bereits begonnen, eigene Resale-Plattformen einzuführen. Ein erstes Beispiel? Like New von Lululemon, dem kanadischen Activewear-Riesen. Das Programm sieht vor, dass die Kunden dem Unternehmen neuwertige oder nur mäßig getragene Kleidung übergeben und dafür eine Geschenkkarte erhalten. Eine eigene Einrichtung prüft und reinigt die Artikel anschließend und stellt sie dann auf der Plattform zum Verkauf.

Depop – der globale Vintage-Marktplatz

Der Durchbruch dieses neuen Trends lässt sich auch an spektakulären geschäftlichen Erfolgen messen. Der aufsehenerregendste Fall der letzten Wochen ist Depop, ein in Italien gegründetes Start-up für den An- und Verkauf handgefertigter und Vintage-Kleidung, das kürzlich vom amerikanischen Marktplatz Etsy für die astronomische Summe von 1,6 Milliarden Dollar übernommen wurde.

Nach den Anfängen, in denen sie sich als soziales Netzwerk präsentierte, entwickelte sich die App zu einem globalen Marktplatz, auf dem man verkaufen, kaufen und sich von neuen Trends inspirieren lassen kann. Ein E-Commerce-Angebot, dessen herausragende Merkmale erschwingliche Preise und das große Interesse der Generation Z sind und zu dessen Nutzern Stylisten, Designer, Kreative und Vintage-Liebhaber, aber auch Influencer und Models gehören.

Vinted – die führende App für den An- und Verkauf gebrauchter Kleidung

Ein weiteres Paradebeispiel für einen überwältigenden Erfolg ist Vinted, die größte europäische C2C-Plattform (Consumer-to-Consumer) im Second-Hand-Bereich. 2008 in Litauen als einfache Website zum Ausmisten des Kleiderschranks gegründet, hat sie sich in den letzten Jahren zu einer äußerst beliebten App für den An- und Verkauf gebrauchter Kleidung zwischen Privatpersonen entwickelt. Die Verfügbarkeit in 12 verschiedenen Märkten und 34 Millionen Nutzer sind ihre unbestreitbare Visitenkarte.

Wie wir bei Bizeta schon seit Langem feststellen, ist Nachhaltigkeit also ein zentraler Trend in der Mode- und Luxusbranche. Auch das bedeutet, stets über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein, um unseren Kunden immer bessere Lösungen zu bieten.

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